Reaktor der De Grasse aktiviert
Im Laufe des heutigen Vormittags gab Naval Group bekannt, dass der Kernreaktor des vierten neuen nuklearen Angriffs-U-Boots der Barracuda-Klasse der französischen Marine aktiviert worden ist. Dabei handelt es sich um die Einheit De Grasse (S638), die nach dem Adeligen und Marineoffizier benannt wird, der am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg teilnahm. Dieser wichtige Baufortschritt wird auch als „Divergenz“ bezeichnet: Die Reaktoranlage wird dabei in Betrieb genommen und bleibt anschließend bis zur Außerdienststellung des U-Boots dauerhaft aktiv und unter Überwachung. Damit ist der Weg für den Beginn der Alpha-Erprobungen auf See frei.
Wie das Unternehmen in einem kurzen Beitrag in sozialen Netzwerken ergänzte, erfolgte die Aktivierung des Reaktors unter Aufsicht des Französischen Kommissariats für Atomenergie (CEA) und mit Unterstützung von Fachpersonal von TechnicAtome, das für Entwicklung und Bau verantwortlich war. Naval Group lieferte im Rahmen dieses Prozesses die Druckbehälter für den Reaktor und integrierte sie in den Entwurf der betreffenden U-Boote.
Sechs U-Boote der Barracuda-Klasse für die französische Marine
Die französische Marine befindet sich derzeit in der Aufnahme der vorgesehenen Flotte von sechs U-Booten der Barracuda-Klasse; die ersten drei Einheiten stehen bereits im aktiven Dienst. Den Anfang machte Suffren, das im Juni 2022 zur Flotte stieß. Es folgten Duguay-Trouin im April 2024 sowie Tourville im Juli desselben Jahres. Neben der De Grasse gehören außerdem die U-Boote Rubis und Casabianca zum Programm. Sie befinden sich noch in unterschiedlichen Bauphasen und sollen 2028 beziehungsweise 2030 ausgeliefert werden. Zusammen ersetzen diese U-Boote die seit den 1980er-Jahren zu den französischen Seestreitkräften gehörende Rubis-Klasse.
Fähigkeiten und Ausstattung der Barracuda-Klasse
Zu den wichtigsten Stärken des Entwurfs der Barracuda-Klasse zählt ihre Fähigkeit, dank aus Torpedorohren einsetzbarer Marschflugkörper Ziele hinter gegnerischen Linien in großer Tiefe anzugreifen. Hinzu kommen moderne Sensoren für ISR-Missionen sowie Ausrüstung, die umfangreiche Fähigkeiten zur U-Boot-Abwehr ermöglichen soll. Jedes Boot verfügt zudem über ein modernes Mastsystem, das Bilder in 4K-Qualität liefert und sie an sämtliche Arbeitsplätze im Gefechtsinformationszentrum überträgt. Bemerkenswert ist außerdem die Möglichkeit, einen abnehmbaren Deckhangar einzusetzen, von dem aus Spezialkräfte für maritime Operationen ausgebracht werden können.
Bei den technischen Daten weist jedes U-Boot der Barracuda-Klasse eine Verdrängung von 5,100 Tonnen getaucht auf. Diese verteilen sich auf eine Länge von 99 Metern und einen Durchmesser von 8,8 Metern und bieten Platz für eine Besatzung von 63 Personen sowie ein Team aus 15 Kommandosoldaten. Berichten zufolge liegt die maximale Einsatztiefe bei rund 350 Metern; das Hybridantriebssystem ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 Knoten. Die Bewaffnung umfasst F21-Schwergewichtstorpedos, von U-Booten gestartete SM-39-Exocet-Flugkörper, FG-29-Minen und über das Torpedorohr abgefeuerte Marschflugkörper des Typs MDCN SCALP Naval.
Verwendete Bilder dienen ausschließlich Illustrationszwecken.
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