Der Eintritt der Vereinigten Staaten von Amerika in den Krieg zwischen Israel und Iran in der Nacht zum Samstag, dem 21. Juni, löst bei zahlreichen Regierungen Sorgen aus – auch in Portugal.
Im Mittelpunkt steht unter anderem die Gefahr weiter steigender Kraftstoffpreise, die sich zu Wochenbeginn bereits abzeichnete. Iran gehört zu den 10 größten Erdölproduzenten weltweit.
Mögliche Folgen des Israel-Iran-Konflikts für Kraftstoffpreise
António Leitão Amaro, Minister der Präsidentschaft des Ministerrats, bewertet die bisherigen Auswirkungen der Eskalation im Nahen Osten auf die Kraftstoffpreise in Portugal als „weitgehend potenziell“. Sollten die Preissteigerungen „sehr erheblich“ ausfallen, sagte er Maßnahmen zu.
Konkrete Beschlüsse gibt es bislang jedoch nicht. „Es gab keine Entscheidung zu diesem Thema, zumal sich der Konflikt an diesem Wochenende deutlich verschärft hat“, erklärte Leitão Amaro nach der Ministerratssitzung am vergangenen Montag auf einer Pressekonferenz.
Ölmarkt bleibt trotz US-Angriffen vorerst zurückhaltend
Obwohl die USA mit Angriffen auf iranische Nuklearanlagen unmittelbar in den Konflikt eingegriffen haben, reagierte der Ölmarkt zunächst vergleichsweise besonnen.
Der Preis für ein Barrel der für Europa maßgeblichen Sorte Brent stieg zeitweise, gab zu Wochenbeginn jedoch wieder leicht nach. Analysten verweisen auf die Möglichkeit einer Deeskalation durch Iran, das die strategisch wichtige Straße von Hormus bislang nicht geschlossen hat.
Nach Angaben des Ministers ist Portugal wegen der breit aufgestellten Energieversorgung vergleichsweise gut abgesichert. Die Lieferungen stammen überwiegend aus dem Atlantikraum und Nordafrika; viele davon sind über langfristige Verträge gesichert. „Aus einer bestimmten Perspektive gibt es hier einen Faktor, der die Sorge mildert“, sagte er.
Gleichzeitig räumte Leitão Amaro ein, dass Märkte auf internationale Spannungen schnell reagieren – insbesondere, wenn bedeutende Erdölproduzenten betroffen sind. Die Regierung will die Entwicklung daher weiterhin genau beobachten und eingreifen, falls sich die internationale Krise deutlich und über einen längeren Zeitraum in den Ausgaben der Verbraucher niederschlägt. „Wir sind aufmerksam“, schloss er.
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