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Krieg im Iran: Benzinpreise und Maßnahmen in Europa

Frau zapft Benzin an Tankstelle, hält Kanister in der Hand, Auto im Hintergrund bei sonnigem Wetter.

Die Folgen des Krieges im Iran sind inzwischen deutlich an den europäischen Tankstellen angekommen. Und leider dürfte das erst der Anfang sein.

Der Iran hält die Straße von Hormus seit mehreren Tagen geschlossen. Diese Entscheidung hat gewaltige Auswirkungen, denn durch diese enge Passage fließen 20 % des weltweit gehandelten Erdöls. Dass die Konsequenzen weltweit spürbar würden, war daher absehbar – nun treffen sie auch Europa.

Kraftstoffrationierung in Slowenien

Besonders deutlich zeigt sich die Lage in Slowenien, wo die Regierung am Sonntag, dem 22. März, Sofortmaßnahmen beschlossen hat. Privatpersonen dürfen offiziell nur noch 50 Liter Kraftstoff pro Tag kaufen, während für Unternehmen und prioritäre Nutzergruppen wie Landwirte eine Grenze von 200 Litern gilt.

Ministerpräsident Robert Golob verkündete die Entscheidung kurzfristig, bemühte sich jedoch zugleich, die Bevölkerung zu beruhigen: „Die Lager sind voll, es wird keinen Mangel geben.“ Auslöser ist eine Störung der Logistik, die durch zwei Entwicklungen verschärft wird: durch umfangreiche Vorratskäufe von Privatpersonen sowie durch Tankfüllungen ausländischer Autofahrer, die wegen weiterhin konkurrenzfähiger Preise ins Land kommen.

Diese Anspannung verdeutlicht einen unter Ökonomen bekannten Effekt: die Versorgungsangst. Selbst wenn ausreichend Vorräte vorhanden sind, kann allein die Furcht vor einem Mangel eben diesen auslösen. Seit der Schließung der Straße von Hormus stieg der Preis für ein Barrel Brent innerhalb von weniger als einem Monat von 73 auf 112 Dollar – ein Plus von mehr als 50 %, das sich zwangsläufig an den Zapfsäulen niederschlägt.

Spanien senkt die Benzinsteuern, Schweden prüft den Schritt

Spanien verfolgt unterdessen einen völlig anderen Ansatz. Statt den Verkauf zu begrenzen, will Madrid die Belastung mit einem umfangreichen Steuereingriff abfedern. Seit demselben Sonntag, dem 22. März, wurde die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe halbiert: von 21 % auf 10 %. Die Maßnahme ist ein zentraler Bestandteil eines am Freitag von Ministerpräsident Pedro Sánchez vorgestellten Notfallplans mit 80 Punkten, der die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen des Konflikts im Iran begrenzen soll.

Dadurch sparten manche Autofahrer bei einer Tankfüllung bis zu 8 Euro. Nach Angaben des Verkehrsministeriums beträgt die durchschnittliche Entlastung 20 Cent je Liter. Bereits bei Öffnung der Tankstellen bildeten sich laut L’Indépendent schnell Warteschlangen.

Hinzu kommt eine niedrigere Sondersteuer auf Kohlenwasserstoffe: Der Preis sinkt um 11 Cent je Liter Benzin und um 5 Cent je Liter Diesel. Auch die steuerliche Belastung weiterer Energiequellen wie Erdgas und Pellets wird reduziert.

Auch Schweden erwägt, die Benzinsteuern ab Mai zu senken. Mit Zustimmung des Parlaments würde das Land den Preis eines Liters Benzin um 9 Cent und den eines Liters Diesel um 4 Cent verringern. „Alle Parteien müssen anerkennen, dass das, was im Nahen Osten und im Rest der Welt passiert, die schwedische Wirtschaft stark belastet“, erklärte Ministerpräsident Ulf Kristersson auf einer Pressekonferenz.

Steuersenkungen sind keine dauerhafte Lösung

Diese Maßnahmen dürfen allerdings nicht als langfristige Lösung verstanden werden. Die Endpreise bleiben eng an die Entwicklung des Rohölpreises gekoppelt. Zudem trifft die Sperrung der Straße von Hormus die gesamte petrochemische Industrie. Zahlreiche Konsumgüter könnten in den kommenden Monaten teurer werden – zumal sich die Lage im Iran rasch weiter verschärfen könnte.

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