Eine Gewohnheit, die Sie besser ablegen sollten.
Seit der Einführung der Kreditkarte haben sich Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher ein problematisches Verhalten angewöhnt: Läuft die Karte ab, wird sie oft vor dem Entsorgen zerstört – mitunter sogar mit einer Schere.
Abgelaufene Kreditkarte mit dynamischem Kryptogramm richtig entsorgen
Wie Le Journal du Geek kürzlich erläuterte, ist diese Vorgehensweise jedoch nicht risikolos. Einige Kundinnen und Kunden besitzen inzwischen neue Kreditkarten mit dynamischem Kryptogramm und elektronischen Bauteilen. Statt des CVV – der drei Ziffern auf der Kartenrückseite – erzeugen diese Karten stündlich zufällig einen neuen Code.
Die Technik umfasst ein E-Paper-Display, eine NFC-Antenne sowie eine Lithium-Mikrobatterie. Genau deshalb sollten Karteninhaber davon absehen, die Karte zu zerstören. Sie zählt damit zur Kategorie der Elektro- und Elektronik-Altgeräte (DEEE), ebenso wie Smartphones, Tablets und andere elektronische Geräte.
In ihren Unterlagen, die bedauerlicherweise nur selten gelesen werden, weisen Banken zudem darauf hin, dass diese Karten weder geknickt, zerschnitten, durchbohrt, verbrannt noch im Hausmüll entsorgt werden dürfen. Wer sie dennoch zerschneidet, könnte dabei versehentlich die Batterie beschädigen. Wie unsere Kollegin erläutert:
„Es kann zu einem chemischen Kurzschluss kommen, bei dem Fluorwasserstoff freigesetzt wird, der die Atemwege und die Haut besonders stark angreift. Eine spektakuläre Explosion droht zwar nicht, aber mindestens eine Verbrennung und ein gehöriger Schreck.“
Auch der Umweltaspekt darf nicht ausser Acht gelassen werden: Kreditkarten enthalten geringe Mengen an Metallen wie Gold, Kupfer, Nickel, Silber und Palladium. Für eine einzelne Karte ist das wenig, doch angesichts der mehreren zehn Millionen Karten allein in Frankreich ist Recycling wichtig, damit sie nicht im Boden vergraben enden.
Ist Ihre Kreditkarte abgelaufen, geben Sie sie daher am besten in einer Filiale ab oder senden Sie sie im Rückumschlag zurück, den das Kreditinstitut bereitstellt.
Der unterschätzte Effekt der Kreditkartennutzung
Zur Erinnerung: Für eine 2024 im Journal of Retailing veröffentlichte Studie untersuchten australische Forschende 71 Studien aus 17 Ländern mit insgesamt 11.000 Teilnehmenden.
Die Auswertung bestätigt einen „Bargeldlos-Effekt“: Digitale Zahlungen führen zu höheren Ausgaben als Barzahlungen. Die Autorinnen und Autoren bewerten diesen Effekt als „schwach“, aber „signifikant“.
Wie lässt sich das erklären? Richard Whittle, Wirtschaftswissenschaftler an der Salford Business School, betont dazu: „Die einfache Zahlung mit Karte kann dazu führen, dass Verbraucher unüberlegt Geld ausgeben und Dinge kaufen, die sie eigentlich nicht wirklich brauchen.“ Weitere Informationen finden Sie in unserem vorherigen Artikel hier.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen