Ford will vom Wachstum der künstlichen Intelligenz profitieren, indem der Konzern Batteriespeichersysteme für Rechenzentren herstellt. Nach der Ankündigung der neuen Tochtergesellschaft Ford Energy legte die Aktie an der Börse deutlich zu. Die ersten Kunden sollen ab 2027 beliefert werden.
Der 122 Jahre alte Automobilpionier Ford vollzieht damit einen überraschenden Strategiewechsel, um finanziell am Boom der künstlichen Intelligenz teilzuhaben. Der Konzern wird weder spezielle KI-Chips fertigen noch einen Konkurrenten zu ChatGPT entwickeln. Stattdessen will Ford von dem steigenden Energiebedarf in den USA profitieren, der durch den Stromverbrauch von Rechenzentren entsteht.
Ford Energy liefert BESS für KI-Rechenzentren
Um den weltweiten Bedarf an KI zu decken, investieren Technologieunternehmen Milliarden US-Dollar in neue Rechenzentren. Künftig könnte Ford diese Anlagen mit Batteriespeichersystemen beziehungsweise BESS versorgen. In dieser Woche stellte das Unternehmen die zu 100 % zu Ford gehörende Tochtergesellschaft Ford Energy offiziell vor. Sie soll BESS in den USA für „Versorgungsunternehmen, Rechenzentren sowie große industrielle und gewerbliche Kunden in den USA“ produzieren.
„Die Aktivitäten von Ford Energy umfassen die gesamte Fertigung von Batteriezellen – einschließlich der Produktion von Elektrodenrollen – sowie die Montage von Modulen und Containern, dazu Vertrieb und Kundendienst“, teilte der Autobauer mit. Die Auslieferungen sollen bis Ende 2027 beginnen, während die jährliche Produktionskapazität 20 GWh Energiespeicher erreichen soll.
Als erstes Schlüsselprodukt von Ford Energy ist der Ford Energy DC vorgesehen. Das System basiert auf LFP-Zellen und befindet sich in einem 6,1 m langen Container. Nach Angaben von Ford wurde dieses BESS nach den für Kunden entscheidenden Kriterien entwickelt, darunter eine Lebensdauer von 20 Jahren.
Börse reagiert positiv auf Fords Ankündigung
„Die US-Nachfrage nach steuerbaren und bankfähigen Energiespeichern beschleunigt sich. Das Zusammentreffen des Wachstums von Rechenzentren, der Einbindung erneuerbarer Energien und der Anforderungen an die Widerstandsfähigkeit des Stromnetzes hat einen Marktbedarf geschaffen“, erläutert Ford.
Die Börse honorierte die Mitteilung deutlich. Laut CNBC stieg die Ford-Aktie am Donnerstag um 6,7 %, nachdem sie am Mittwoch bereits 13 % zugelegt hatte.
Wettbewerb mit Tesla und BYD im BESS-Markt
Obwohl Ford Energy ein vollständig neues Geschäftsfeld ist, verfügt der Automobilhersteller bereits über die erforderliche Technologie, um die Bedürfnisse seiner künftigen Kunden zu erfüllen. Mit dem Eintritt in diesen Markt tritt Ford zugleich unmittelbar gegen Tesla und BYD an. Derzeit sind diese beiden Unternehmen die weltweit größten Integratoren von BESS.
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