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Regenwassertonne richtig platzieren: Diese Standorte sollten Sie meiden

Mann installiert grünes Regenfass neben Hauswand, Lichtwaage und Maßband liegen am Boden, Hund im Hintergrund.

Viele Eigentümerinnen und Eigentümer platzieren ihre Regenwassertonne ungünstig – und fragen sich später, warum das Wasser stinkt, sich Schmutz ansammelt und die Ausbeute gering bleibt.

Regenwasser aufzufangen wirkt zunächst unkompliziert: Behälter aufstellen, mit der Dachrinne verbinden und loslegen. Ein schlecht gewählter Standort kann jedoch dazu führen, dass nur wenig Wasser in die Anlage gelangt, es rasch verunreinigt wird oder sogar Sicherheitsrisiken entstehen. Deshalb sollten Sie die Gegebenheiten rund um das Haus sorgfältig prüfen, bevor Sie ein Regenfass oder eine Zisterne installieren.

Warum die Regenwassernutzung immer beliebter wird – und welche Grenzen sie hat

Das Auffangen von Regenwasser vom Dach reduziert den Verbrauch von Trinkwasser und spart dadurch Kosten. Zugleich wird die Umwelt entlastet, weil hochwertiges Leitungswasser nicht für alltägliche Aufgaben verwendet werden muss.

Regenwasser vom Dach ist kein Trinkwasser – es eignet sich nur für bestimmte Zwecke im Haus und Garten.

Geeignete Einsatzbereiche für Regenwasser in Haus und Garten

  • Toilettenspülung
  • Reinigung von Terrassen und Böden
  • Waschmaschine, sofern ein passendes Filtersystem sowie eine Desinfektion installiert sind
  • Gartenbewässerung, Autowäsche und Fassadenreinigung

Für diese Zwecke genügt die Qualität des aufgefangenen Regenwassers normalerweise, sofern Filter und Technik korrekt ausgelegt sind. Zum Duschen, Kochen oder Trinken ist es hingegen nicht geeignet.

Der ideale Standort für die Regenwassertonne: Maximale Ausbeute bei jedem Schauer

Entscheidend ist, dass das Wasser einen kurzen, sinnvollen und sauberen Weg zurücklegt. Es fällt auf das Dach, fließt durch die Dachrinne und das Fallrohr, passiert den Filter und gelangt anschließend in Tonne oder Zisterne. Alles, was diesen Ablauf beeinträchtigt oder das Wasser verschmutzt, wird zum Problem.

Die wichtigsten Kriterien für den richtigen Standort

  • Gut erreichbar: Hahn, Deckel und Filter müssen ohne Umwege zugänglich sein, ohne dass Sie Beete durchqueren oder über Hindernisse steigen müssen.
  • Stabiler, waagerechter Untergrund: Ein gefüllter Behälter kann mehrere Hundert Kilogramm wiegen. Lose Pflastersteine und nachgiebiger Boden kommen daher nicht infrage.
  • Nah am Dach oder Fallrohr: Je geringer die Entfernung zur Dachrinne ist, desto besser. Lange Schlauchstrecken verringern den Ertrag und erhöhen die Gefahr undichter Stellen.
  • Ausreichend Platz am Ablauf: Bei einem Anschluss an das Abwassersystem muss Raum für Leitungen, Wartungsarbeiten und gegebenenfalls einen Überlauf vorhanden sein.

Optimalerweise steht die Regenwassertonne an der Hauswand direkt neben einem Fallrohr. Große Zisternen werden häufig unterirdisch in der Nähe von Terrasse oder Auffahrt eingebaut, damit ein Bagger die Stelle problemlos erreichen kann.

Die häufigsten Standort-Fallen am Haus

Viele Schwierigkeiten mit Regenwasseranlagen gehen auf wenige typische Fehler bei der Standortwahl zurück. Von diesen Bereichen sollten Sie Abstand nehmen.

1. Neben Verkehr, Abgasen oder Emissionen

Steht die Tonne am Parkplatz, unmittelbar beim Schornstein oder nahe einer stark befahrenen Straße, fängt sie nicht nur Regen auf. Feinstaub, Ruß und chemische Rückstände gelangen ebenfalls ins Wasser.

Je näher der Tank an Abgasquellen liegt, desto stärker wird das Regenwasser mit Schadstoffen belastet.

Zu den problematischen Plätzen zählen beispielsweise:

  • unmittelbar neben Stellplätzen oder Garagenzufahrten
  • in der Nähe von Schornsteinen sowie Abluftleitungen
  • an Grundstücksgrenzen zu Werkstätten oder gewerblich genutzten Flächen

Vor allem bei einer Nutzung für Toilette oder Waschmaschine ist es sinnvoll, den Eintrag von Verunreinigungen von Beginn an möglichst niedrig zu halten. Filter halten zwar einen Teil der Stoffe zurück, können aber nicht alles herausfiltern.

2. Direkt unter Bäumen und dichtem Bewuchs

Ein schattiger Standort im Garten erscheint angenehm, kann für eine Regenwassertonne jedoch problematisch sein. Von Bäumen fallen Blätter, Blüten, Harz und kleine Zweige herab. Diese Stoffe gelangen früher oder später in Rinne, Filter und Behälter.

  • Laub kann Dachrinnen und Filtereinsätze blockieren.
  • Verrottende Pflanzenreste führen zu fauligem, unangenehm riechendem Wasser.
  • Harz und Blütenstaub verstopfen Siebe und machen die Reinigung aufwendiger.

Oft wirkt die Anlage bereits nach wenigen Wochen ungepflegt, während der Wartungsaufwand deutlich zunimmt. Besser geeignet ist ein Standort mit etwas Abstand zu Sträuchern und Bäumen – selbst wenn dafür eine etwas längere Schlauchverbindung erforderlich wird.

3. Auf nachgiebigem oder glattem Boden

Ein gefüllter 300-Liter-Behälter bringt ungefähr so viel Gewicht auf die Waage wie ein kleines Motorrad. Bei großen Zisternen summiert sich das Gewicht sogar auf mehrere Tonnen. Instabiler Untergrund kann unter dieser Last absacken, der Behälter kann umkippen oder Leitungen können abreißen.

Jede Regenwassertonne braucht einen tragfähigen Sockel – von losem Erdreich oder Hanglagen sollten Sie die Finger lassen.

Ungeeignet sind unter anderem:

  • aufgeschüttete Beete und Böschungen
  • Flächen mit erkennbaren Senkungen oder Rissen im Boden
  • Hanglagen ohne stabilen und gesicherten Unterbau

Besonders geeignet sind eine Betonplatte, fest verlegtes Pflaster oder vom Hersteller empfohlene Kunststoffpodeste.

4. An Orten mit leichtem Zugang für Tiere

Ungesicherte oder offene Behälter locken Katzen, Vögel, Insekten und Kleinsäuger an. Die Tiere trinken daraus, hinterlassen Kot oder stürzen im schlimmsten Fall in den Tank.

Mögliche Folgen sind:

  • keimbelastetes Wasser, das für Toilette und Waschmaschine nicht mehr geeignet ist
  • verstopfte Filter durch Nester oder Tierkadaver
  • ein höheres Risiko für Mückenplagen im Sommer

Achten Sie auf einen dicht schließenden Deckel und feinmaschige Gitter an allen Öffnungen. Wählen Sie außerdem einen Standort, den Tiere nicht direkt über einen Ast oder vom Zaun aus erreichen können.

Wetter, Frost und Hitze bei der Standortwahl berücksichtigen

Selbst der beste Platz hilft wenig, wenn starke Sonneneinstrahlung oder Frost die Anlage belasten. Je nach Region braucht das System einen besseren Schutz vor Kälte oder Hitze.

Frostschäden verhindern

In Regionen mit kalten Wintern kann stehendes Wasser schnell gefrieren. Beim Ausdehnen besteht die Gefahr, dass Leitungen bersten oder die Tonne platzt. Ein etwas windgeschützter Platz nahe der Hauswand senkt dieses Risiko. Unterirdisch verbaute Zisternen sind grundsätzlich besser gegen Kälte isoliert.

Vor intensiver Sonne schützen

Anhaltende direkte Sonneneinstrahlung erwärmt das Wasser. Dadurch werden Algen und Mikroorganismen begünstigt. Ein halbschattiger Standort oder eine Verkleidung kann helfen:

  • dunkle und lichtundurchlässige Behälter verwenden
  • bei Bedarf mit Paneelen, Holz oder Schilfmatten verkleiden
  • die Tonne nicht ungeschützt mitten auf einer Terrasse aufstellen

Den geplanten Standort in wenigen Minuten prüfen

Ein kurzer Check zeigt schnell, ob der vorgesehene Platz tatsächlich geeignet ist. Die folgenden Fragen erleichtern die Entscheidung:

Frage Was tun, wenn die Antwort „nein“ lautet?
Befindet sich der Standort nahe einer Dachrinne oder eines Fallrohrs? Nach Alternativen an der Hauswand suchen oder gegebenenfalls ein anderes Fallrohr verwenden.
Ist der Boden vollkommen eben und ausreichend tragfähig? Eine Betonplatte, Pflasterfläche oder ein spezielles Podest anlegen.
Gibt es starke Verschmutzungsquellen wie Werkstatt, Parkplatz oder Kamin? Mindestens einige Meter Abstand vorsehen oder auf eine andere Seite des Gebäudes ausweichen.
Ragen Äste oder stehen Bäume unmittelbar über der Anlage? Einen anderen Standort auswählen oder Bäume zurückschneiden lassen.
Kann der Behälter einfach gewartet und gereinigt werden? Den Standort so anpassen, dass Hahn, Filter und Deckel jederzeit erreichbar bleiben.

Rechtliche Aspekte und sinnvolle technische Ergänzungen

Sobald die Anlage mit dem öffentlichen Abwassersystem verbunden ist, etwa durch einen Kanalüberlauf, verlangen viele Gemeinden eine Meldung. Ein kurzer Anruf beim zuständigen Bauamt oder bei der Stadtverwaltung vor Beginn der Arbeiten verhindert späteren Ärger.

Für einen dauerhaft möglichst störungsfreien Betrieb bieten sich einige zusätzliche Maßnahmen an:

  • mehrstufige Filter vor dem Tank, damit Laub und grober Schmutz nicht hineingelangen
  • Rückstauventile, die Schmutzwasser aus dem Kanal fernhalten
  • ein Überlauf mit Regenspende für einen Versickerungsbereich, falls kein Kanalanschluss besteht

Wer die Anlage von Anfang an solide plant, kann Regenwasser viele Jahre lang verwenden – ohne Algenplage, unangenehme Gerüche und dauernde Reparaturen. Häufig ist dabei nicht teures Zubehör ausschlaggebend, sondern eine einfache Frage: Steht die Tonne wirklich am richtigen Platz?

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