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CLEPA fordert Überprüfung der EU-CO₂-Ziele

Weißes Elektroauto in modernem Showroom mit großen Fenstern und Ladestationen im Hintergrund.

CLEPA, der Verband der europäischen Automobilzulieferer, hat heute eine umfassende Neubewertung der derzeitigen CO₂-Vorgaben der Europäischen Union (EU) verlangt. Die Botschaft der Mitteilung ist eindeutig: Ohne einen realistischeren und technologieneutralen Ansatz drohen der Branche eine weitere Entlassungswelle und Deindustrialisierung.

Die Forderung folgt auf die Zustimmung des Europäischen Parlaments zu einer gezielten Änderung der geltenden Vorschriften. Diese führt einen neuen Mechanismus zur Mittelung der Emissionen ein, der Herstellern helfen soll, die für 2025 festgelegten Ziele zu erreichen.

Nach Ansicht von CLEPA handelt es sich jedoch lediglich um eine kurzfristige Maßnahme, die das eigentliche Problem nicht beseitigt: eine Regelung, die „nicht mit der Marktrealität im Einklang steht“ und „Innovation behindert, indem sie bestimmte technologische Lösungen vorschreibt“.

Energiewende ja, aber mit Alternativen

Für Benjamin Krieger, Generalsekretär von CLEPA, darf die Energiewende nicht ausschließlich auf einer einzigen Technologie beruhen. „Hybride, Elektrofahrzeuge und CO₂-neutrale Kraftstoffe müssen alle einen Platz am Tisch haben“, erklärte er und forderte die Europäische Kommission auf, dringend ein klares Signal für ihr Bekenntnis zur Technologieneutralität zu senden.

Der Vorschlag von CLEPA umfasst zwei Maßnahmen: Der „Utility Factor“ von Plug-in-Hybriden – ein technischer Parameter zur Berechnung der offiziellen Emissionen dieser Modelle – soll auf dem Niveau von 2024 bleiben. Zudem soll bis Jahresende eine grundlegende Überprüfung der CO₂-Regelungen eingeleitet werden. Diese Überprüfung müsse laut Verband die ausdrückliche Anerkennung von Fahrzeugen einschließen, die ausschließlich mit CO₂-neutralen Kraftstoffen betrieben werden.

62 % der Branche unter Druck – Green Deal gefährdet

Die jüngsten Daten des CLEPA-McKinsey Pulse Check zeigen, dass 62 % der europäischen Zulieferer mit Überkapazitäten und hohen Fixkosten kämpfen. Dadurch steigt das Risiko von Betriebsschließungen und Arbeitsplatzverlusten in einer Branche, die für die Umsetzung der Ziele des europäischen Green Deal weiterhin entscheidend ist.

„Der politische Anspruch war mutig, doch nun muss sichergestellt werden, dass die technische und wirtschaftliche Umsetzung mit der Realität übereinstimmt. Es geht nicht nur um Ziele, es geht um Menschen“, betonte Krieger.

Brüssel verhandelt weiter, doch die Zeit läuft ab

CLEPA erinnert daran, dass die Europäische Kommission eine auf Technologieneutralität basierende Strategie zugesagt hat, bislang jedoch kaum Fortschritte erzielt wurden. Die Zeit, warnt Krieger, „läuft ab“.

Angesichts Tausender gefährdeter Arbeitsplätze fordert die Branche eine eindeutige Antwort: Sie soll die Wettbewerbsfähigkeit stärken, ohne in Protektionismus zu verfallen, und zugleich Europas strategische industrielle Basis erhalten.

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